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Über 900 Zuschauer waren am Samstag in die Dorstener Petrinumsporthalle gekommen, um das Wulfener Derby-Heimspiel gegen den Lokalrivalen BG Dorsten zu erleben. Nach 40 packenden Spielminuten zum Auftakt der Regionalliga-Saison skandierten wieder einmal die rot-weißen BSV-Fans: "Die Nummer 1 der Stadt sind wir!" Mit 94:79 (41:45) holte sich das Team von BSV-Trainer Philipp Kappenstein einmal mehr den Sieg im Dorstener Prestigeduell (→ Bilder vom Spiel).
Darüber, dass der Wulfener Erfolg am Ende zehn Punkte zu hoch ausgefallen ist, waren sich alle Zuschauer einig. Im Dorstener Derby begegneten sich zwei Kontrahenten auf Augenhöhe. Dorstens Nderim Pelaj traf per Dreier zum 73:75-Anschluss (36.). Zwei Minuten vor Ende führte Wulfen 82:77, immer noch war nichts entschieden. Doch dann brach es über die BG herein. Der im zweiten Spielabschnitt alles überragende BSV-Spielmacher Mike Gordon markierte 11 Punkte in den letzten zweieinhalb Minuten, 16 Punkte in den letzten 6 Minuten, schoss die BG fast im Alleingang ab. Die BSV-Fans feierten den Schlusspunkt des Spiels, einen Gordon-Dreier aus acht Metern, genauso enthusiastisch wie den Auftritt von BSV-Eigengewächs René Penders. Der kam in den letzten 45 Sekunden aufs Feld, nahm sich den Ball, zog zum Korb und versenkte zum 91:77.
Derbysieger der ersten Halbzeit war allerdings die BG. Auf Dorstener Seite waren Nino Janoschek und Daryl Cohen von der BSV-Verteidigung kaum zu stoppen. Cohen traf bis zur Pause viermal aus der Distanz, lief regelrecht heiß. 41:33 (17.) und 45:36 (19.) führte der "Gast" aus Holsterhausen, dessen Heimhalle nur zwei Steinwürfe von der Wulfener Ausweichhalle entfernt liegt. Für Wulfen holten die Center Ryon Howard (16 Punkte vor der Pause) und Daniel Stagneth wenigstens noch bis zum 41:45-Pausenstand auf.
In Halbzeit zwei sollte sich das Spiel plötzlich drehen. Waren vor der Pause die Holsterhausener klar spielbestimmend, kam nun der BSV. Die Kappenstein-Combo war insbesondere in der Verteidigung nun wacher, aggressiver und holte mehr Rebounds. Doch es dauerte bis zur 28. Minute, ehe Romeo Bakoa mit zwei Freiwürfen die Gastgeber erstmals wieder in Führung brachte - 58:56. Jan Letailleur schraubte das Resultat dann kurz vor und kurz nach der Viertelpause auf 65:60 für Wulfen. Die Führung ließ sich der BSV nicht mehr aus der Hand nehmen. Christoph "Kiki" Bruns traf einen ganz wichtigen Dreier (70:64, 33.), doch der überragende Mann auf dem Feld war Mike Gordon. 16 seiner am Ende 32 Punkte erzielte der BSV-Amerikaner im Schlussabschnitt - als es darauf ankam. Und zusammen mit Michael Möller und Steffen Hummelt nahm Gordon Dorstens Scharfschützen Daryl Cohen nach der Pause komplett aus dem Spiel. Cohen holte zwar sechs Freiwurf-Punkte, traf aber keinen einzigen Korb aus dem Spielverlauf mehr. Ebenso kalt wurde Dorstens zweiter US-Import Chris Brown von Wulfens Powerforward Ryon Howard gestellt: Brown kam auf 12 Punkte, in der zweiten Halbzeit blieb er 18 Minuten lang ohne Korb.
Mit 32:19 dominierte der BSV das Schlussviertel, holte sich in der Crunchtime den Derbysieg. BSV-Trainer Philipp Kappenstein, der weder als Spieler noch als Trainer mit dem BSV je ein Derby gegen die BG Dorsten verloren hat, zollte seinem gesamten Team ein Riesenkompliment, bezog darin alle 12 Spieler ein, von denen nur Bastian Naber ohne Einsatz blieb. Wulfen hatte sich nach der Pause ins Spiel gekämpft, gearbeitet, geackert. 53:34 ging Halbzeit zwei an den BSV - und damit der Derbysieg nach Wulfen.
Am kommenden Samstag geht es für Kappenstein & Co. beim starken Aufsteiger SG Sechtem weiter (19.9., 18 Uhr). Anmeldungen für den Fanbus sind noch auf www.bsv-brett.de möglich.
BSV: Naber, Gordon (32/4), Hummelt (2), Penders (2), Bruns (6/2), Möller (6/1), Mazur, Howard (20/1), Bakoa (4), Letailleur (5/1), Lensing (6) und Stagneth (11). BG: Cohen (23/4), Awlakpui (7/1), Pelaj (3/1), Kemper, Budde (2), Neugebauer (7), Janoschek (19), Spettmann, Kühlborn, Brown (12), Rathjen (6) und Rueter. Schiedsrichter: Stefan Kremer (Wuppertal), Kai Kemna (Köln). Technischer Kommissar: André Höschen (Gelsenkirchen). Zuschauer: 920
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