Das Jahr 2018 hat für den BSV Wulfen in der 2. Regionalliga mit einer bitteren 74:75 (38:45)-Auswärtsniederlage beim TSVE Bielefeld begonnen. Damit erhielt die geplante Aufholjagd Richtung Tabellenspitze schon zum Start einen erheblichen Dämpfer. Aufsteiger GV Waltrop ist durch seinen Sieg beim gestürzten Spitzenreiter SVD Dortmund an den Wölfen vorbeigezogen. Der BSV hat mit inzwischen sechs Niederlagen nur noch eine theoretische Chance auf den Aufstieg in die 1. Regionalliga.

Dabei war trotz des Ausfalls von US-Powerforward Connell Crossland in Bielefeld ein Sieg möglich. 50 Sekunden vor Schluss brachte Aufbauspieler Alexander Winck in seinem ersten Match nach überstandener Verletztung seine Farben nach einem starken Offensivrebound mit 74:73 in Führung. Doch 6 Sekunden vor Schluss durfte Bielefelds Derer an die Freiwurflinie. Der TSVE hatte bis dahin im Schlussviertel nur einen von acht Freiwürfen verwandeln können - doch Derer traf beide Würfe und besorgte das 75:74. Wulfens Trainerin Marsha Owusu-Gyamfi nahm umgehend eine Auszeit, um den letzten Angriff zu besprechen. Marcel Gorontzis Mitteldistanzwurf verfehlte aber das Ziel, ein letzter Versuch von Alexander Winck blieb auch erfolglos.

Die Gründe für die Niederlage müssen aber an anderer Stelle gesucht werden. Ein paar weniger Ballverluste - und es hätte reichen können. Oder vier Freiwurfpunkte bei elf Versuchen waren in Halbzeit eins zu wenig. Oder auch die eher durchwachsene Vorstellung von etatmäßigen Leistungsträgern - wobei Kreshnik Gashi dabei kein Vorwurf gemacht werden konnte. Er hatte sich trotz eines Trauerfalls in der Familie in den Dienst der Mannschaft gestellt, konnte aber seine Normalform nicht abrufen.

Das erste Viertel konnte der BSV nach anfänglicher Führung nur deshalb ausgeglichen gestalten, weil der Slowene Peter Marcic mit der Sirene per Buzzerbeater das 23:23 markierte. Bis zum Schlussviertel blieb das für den Ex-Bielefelder sein einziger Feldkorb, in den letzten zehn Minuten wurde er dann noch Wulfens Topscorer. Im zweiten Viertel machte Bielefelds Bosnier Taletovic den Unterschied aus, der zu nachlässig verteidigt wurde und das mit vier Dreiern bestrafte. 12 seiner 16 Punkte markiert er in dieser Phase. 45:38 führte das von Emre Atsür gecoachte Gastgeber-Team beim Seitenwechsel.

Der BSV kam gut aus der Kabine, verkürzte mit einem 6:0-Run auf 44:45, um postwendend einen 12:0-Lauf der Gastgeber zu kassieren. Beim 57:44 waren die höchste Bielefelder Führung hergestellt. Doch Jonas Kleinert, Lukas van Buer und Jannik Korte reduzierten den Wulfener Rückstand wieder auf sieben Punkte (50:57). Auch vom 52:62 (32.) ließ sich das Team von Owusu Gyamfi nicht beirren, Punkt für Punkt holte es den Rückstand auft. Peter Marcic mit seinem zweiten Dreier egalisierte zum 65:65 (35.), Patrik Paschke traf aus der Distanz zum 70:70 (38.). Als Marcic zum 72:71 und Winck zum 74:73 in der Crunchtime zweimal den BSV in Führung warfen, hofften die mitgereisten und lautstarken Wulfener Schlachtenbummler auf den so wichtigen Auswärtssieg. Doch TSVE-Center Derer machte mit seinen zwei Freiwurftreffern den Wulfener Traum zunichte. Er war mit 20 Punkten auch Topscorer der Partie.

Für Wulfen gilt es nun, in den verbleibenden neun Spielen Schritt für Schritt den Rückstand zur Spitze zu verringern und zu hoffen, dass doch noch etwas nach oben geht. Am kommenden Samstag gasstiert der Tabellenvorletzte Astrostars Bochum 2 in der Wulfener Gesamtschulhalle. Da hat der BSV noch eine Rechnung offen, weil er das Hinspiel in Bochum verlor.

BSV: Paschke (7/1), Winck (8), Brinkschulte, Gorontzi (9), Gashi (5/1), Sinnathamby, Korte (6), Marcic (13/2), Riedel (2), Vadder (6), van Buer (6), Kleinert (11).       

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