
Die Regionalliga-Basketballer des BSV Wulfen haben nach zwei Niederlagen in der Liga und dem Aus im Viertelfinale des WBV-Pokals in die Erfolgsspur zurückgefunden. Nach einem spannenden Spiel besiegten die Münsterland-Baskets am Samstagabend vor 312 Zuschauern in der Wulfener Gesamtschulhalle die ProA-Reserve des TSV BAYER 04 Leverkusen mit 91:84 (43:44). Um aber noch Platz vier der Tabelle und den damit verbundenen Heimvorteil in der 1. PlayOff-Runde zu erreichen, muss das Team voraussichtlich noch alle vier ausstehenden Ligaspiele gewinnen. Aktuell hat die BBG Herford als Vierter zwei Punkte Vorsprung auf den BSV, gastiert in zwei Wochen zum direkten Duell am Wulfener Markt. Die Hürde am kommenden Freitag (27. Februar 2026, 20.15 Uhr) beim SV Haspe 70, der nach vier Siegen in Serie auch wieder PlayOff-Chancen hat, ist aber nicht weniger schwer für die Münsterland Baskets.
Gegen BAYER Leverkusen 2 erwischte das Wolfsrudel einen Traumstart: 12:0 (3.), 20:3 und 23:5 (5.) stand auf der Anzeigetafel und nicht wenige BSV-Fans glaubten an einen Spaziergang ihrer Mannschaft. Doch wie im Hinspiel, das die Wulfener 73:70 in Leverkusen gewonnen hatten, wurde es doch noch ein sehr enges und spannendes Match. Denn zur ersten Viertelpause hieß es nur noch 31:21, in der 17. Minute nur noch 40:38 und zum Seitenwechsel führten die jungen Gäste alles andere als plötzlich mit 44:43. Und das, obwohl BAYER-Trainer Gabriel Strack auf Routinier Michael Kuczmann und ProA-Kaderspieler Calin Nita verzichten musste. Aber auch der BSV war am Samstag nicht komplett: Center Lukas van Buer hütete mit Grippe das Bett, Moe Sahin hatte die gesamte Woche krank nicht trainiert, so dass BSV-Trainer Gary Johnson auf ihn komplett verzichtete.
Überhaupt war es am Samstag die Wulfener Starting Five, die die Kastanien aus dem Feuer holte: Rückkehrer Nils Peters, sein Bruder Jonas Peters, Leon Oshodin als Center-Ersatz sowie Alexander Winck und Paul Lunguana im Spielaufbau zeichneten nach 40 Minuten für 85 der 91 BSV-Punkte verantwortlich. Jonas Peters erwischte einen Bilderbuchstart, traf bei fünf Wurfversuchen fünfmal, viermal aus der Distanz von über 6,75 m – 14 Punkte schon im ersten Viertel. Nach der Pause schraubte dieses Quintett das Resultat mit einem 16:3-Lauf schnell wieder auf 59:47 (26.). Aber die junge BAYER-Mannschaft gab sich zu keiner Sekunde geschlagen, beim 77:76 (35.) ging es in die Crunchtime. Am Ende reboundeten die Wulfener wieder besser, allen voran Alexander Winck mit acht Rebounds nach dem Seitenwechsel. Jonas Peters, Paul Lunguana und Leon Oshodin markierten wichtige Körbe, wenige Sekunden vor Schluss stellte Alex Winck das Resultat auf 89:82 und 91:84 – der sechste Heimsieg war damit unter Dach und Fach.
Der BSV hat Verfolger Leverkusen damit nicht nur auf zwei Punkte distanziert, sondern auch den direkten Vergleich gewonnen. Punktgleich mit den Wulfenern ist nun der DTV Basketball Köln, der Spitzenreiter Grevenbroich die dritte Saisonniederlage beibrachte. Aber auch gegen Köln hat der BSV den direkten Vergleich gewonnen. Bei sechs Punkten Vorsprung auf Platz 9 (Haspe und Hamm) hat das Johnson-Team die fünfte PlayOff-Teilnahme im fünften Jahr der WBV-Regionalliga-PlayOffs so gut wie sicher. Aber es geht eben noch um den Heimvorteil als Vierter hinter dem Spitzentrio Grevenbroich, BBA Hagen und Ibbenbüren. Dazu muss der BSV in Haspe (27. Februar 2026) und in Salzkotten (14. März 2026) gewinnen sowie die Heimspiele gegen Herford (7. März 2026) und Hamm (21. März 2026) siegreich gestalten. Schwer, aber nicht unlösbar. Die Wochen der Wahrheit haben für den BSV begonnen.
BSV: Alexander Winck (14, 9 Reb., 5 Assists), Piet Jaffke, Neo Krizanovic (2), Nils Strubich (2), Leon Oshodin (14/1), Jonas Peters (26/4, 6 Reb.), Paul Lunguana (25, 12 Reb.), Laurits Wilke (2), Nils Peters (6, 11 Reb.), Destiny John, Moe Sahin, Felix Kwast. TSV: Lars Kremer (17/1), Niels Dübener (6), David Koch (2), Bela Dolevizenyi (3), Emre Özel (5), Tim Schnelle (2), Frederik Selzer, Hans Steudel (10, 7 Reb.), Jug Bogdan (17, 6 Reb.), Lars Brodisch (1), Ole Werker (8/2), Noah Palumbo (13/2).Schiedsrichter: Hiner Akrawe (Pulheim), Simon Kirchhoff (Moers). Zuschauer: 312.