
Nach der unterm Strich verdienten 87:99 (49:37)-Auswärtsniederlage der Basketballer des BSV Wulfen beim Verfolger SV Haspe 70 am Freitagabend spitzt sich der Kampf um die acht PlayOff-Plätze in der Regionalliga West weiter zu. Mit dem fünften Sieg in Serie schlossen die Hagener zum starken Aufsteiger Olpe/Siegen auf, der ebenfalls am Freitag das direkte Duell in Leverkusen 95:97 verlor. Wulfen rutschte auf Platz sechs ab und hat nur noch theoretische Möglichkeiten auf Platz 4 und den damit verbundenen Heimvorteil im PlayOff-Viertelfinale. Das einzig positive aus Wulfener Sicht am Freitagabend: Den direkten Vergleich mit Haspe konnte der BSV nach dem Hinspielsieg in Wulfen (99:84) knapp verteidigen – auch weil die Hasper diesem wichtigen Vergleich offensichtlich nicht auf der Rechnung hatten und in den letzten Sekunden das Spiel austrudeln ließen.
Für den BSV war die Niederlage schmerzhaft, denn nun kann es an den letzten drei DSpieltagen noch einmal eng werden. Aus den Heimspielen gegen Herford (7. März 2026, 20.00 Uhr) und Hamm (21. März 2026, 19.30 Uhr) sowie dem Auswärtsspiel in Salzkotten (14. März 2026, 18.30 Uhr) müssten eventuell noch zwei Siege her, um sicher in den PlayOffs zu stehen.
Der Start am Freitagabend in der Hasper Rundsporthalle war für den BSV alles andere als gut. Das Wulfener Spiel wirkte zerfahren und unstrukturiert, die Hagener Gastgeber gingen schnell 16:6 in Führung und lagen zur ersten Viertelpause 23:15 vorne. Wulfens Offensive bestand in der ersten Halbzeit fast nur aus Paul Lunguana, der nach 10 Minuten 11 der 15 Wulfener Punkte und zur Halbzeit 18 der 37 BSV-Punkte erzielt hatte. 34:18 hatte Haspe bereits geführt, aber der BSV kämpfte sich bis auf 46:37 heran – ehe mit der Pausensirene ein Dreier der 70er den Weg in die BSV-Reuse fand, symptomatisch für das Spiel am Freitag.
Doch dieses 49:37 beim Seitenwechsel war für den BSV Motivation, die Wende zumindest noch anzugehen. Und obwohl die Hasper 58:44 führten, ging plötzlich doch noch etwas für die Rot-Weißen. Ausgerechnet Moe Sahin, der in der Vorsaison noch das Hasper Trikot trug, gab dem BSV-Spiel wichtige Impulse. Sahin machte das 60:49, Alex Winck das 60:51, Lunguana das 60:53 – und plötzlich war das Match wieder offen. Alex Winck verkürzte auf 62:56, doch nach dem 64:56 von Karl Dia überschlugen sich die Ereignisse. Erst erhielt BSV-Center Laurits Wilke abseits des Balls in der Offensive sein 4. Foul, unmittelbar danach gab es einen Foulpfiff gegen Leon Oshodin und ein weiterer gegen Alexander Winck. Diese Geschenke nahm Haspe dankend an, ging an der Freiwurflinie wieder 67:56 in Führung und zog nach der Wulfener Auszeit bis auf 73:56 davon.
Mit einem komfortablen 82:63 gingen die Hagener ins Schlussviertel, doch Wulfens lautstarke Fans stärkten ihrem Team weiter den Rücken. 89:66 hieß es nach wenigen Minuten im letzten Viertel, niemand setzte mehr einen Pfifferling auf das Wolfsrudel. Doch der BSV kämpfte: 89:68 durch Freiwürfe von Felix Kwast, 89:70 durch Lunguana, 89:72 wieder Kwast, 89:75 Leon Oshodin aus der Distanz, 89:78 Jonas Peters per Dreier, 89:81 wieder durch Peters, 89:83 durch Lukas van Buer, 89:85 durch Winck-Freiwürfe – noch zweieinhalb Minuten waren auf der Uhr und Wulfen hatte sich mit diesem 19:0-Run urplötzlich wieder ins Geschäft gebracht.
Aber das letzte Quäntchen Glück fehlte dann in der Crunchtime, vielleicht auch die nötige Kraft. Als der BSV dann doch Bälle verwarf, nutzten die Hasper die offensive BSV-Deckung zu einfachen Punkten und brachten den Heimsieg verdient nach Hause. Beim BSV wurde Rückkehrer Nils Peters bitter vermisst, aber das Team von Gary Johnson hatte bis auf wenige Phase am Freitag auch keinen guten Tag erwischt. Beim SV Haspe 70 stachen die Winter-Transfers: Die vier SV-Importspieler Ifeanyi Okeke, Kamari Scott, Charles Pride und Jan Razdevsek markierten mit 62 Punkten fast zwei Drittel der Hasper Punkte – bester Werfer auf dem Feld war dennoch Wulfens Paul Lunguana mit 27 Punkten.
Beim BSV geht der Blick auf das wichtige Heimspiel in einer Woche gegen Herford in eigener Halle, erneut ein hartes Stück Arbeit für das Johnson-Team.
SV 70: Ifeanyi Okeke (14, 8 Reb.), Kamari Scott (17, 8 Reb., 7 Assists), Karl Dia (2), Finn Drescher (7/1), Mallick Touray (10), Luca Bambullis (6), Michael Agyapong (5, 7 Reb.), Phil Härtl, Jan Razdevsek (12), Charles Pride (19/3, 7 Assists), Nicola Schultze (7/1). BSV: Alexander Winck (11/1), Piet Jaffke, Neo Krizanovic (4/1), Nils Strubich, Leon Oshodin (7/1), Jonas Peters (8/2, 7 Reb.), Paul Lunguana (27, 13 Reb.), Laurits Wilke (3), Lukas van Buer (7), Moe Sahin (5), Felix Kwast (15/1). Schiedsrichter: Horst Pelzer (Gevelsberg), Jochen Buschke (Bochum) – beide zum letzten Mal in der Regionalliga West. Zuschauer: 250.