
Als er 2021 von den Hertener Löwen zum BSV Wulfen wechselte, begann eine sechsjährige Erfolgsgeschichte: Nils Strubich erlebte bei den Münsterland Baskets des BSV in der Regionalliga West seine besten Jahre als Basketballer. Doch nun macht der Scharfschütze von der Dreierlinie Schluss, der Kapitän geht bei den Münsterland Baskets von Bord. „Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen, aber ich muss den Verstand statt das Herz sprechen lassen“, sagt der 28-jährige Strubich. Und er erklärt die Hintergründe: „Mein Körper hat klare Signale gegeben, dass Leistungssport auf diesem Niveau und mit diesem Trainingspensum nicht mehr möglich ist. Es geht gesundheitlich einfach nicht mehr, ich muss mich zudem nun um meinen beruflichen Werdegang kümmern, mein Studium steht kurz vor dem Abschluss.“ Mit Nils Strubich geht einer der prägendsten Spieler des BSV.
Wenn Nils Strubich beim Training fehlte, dann muss es schon ganz besondere Gründe gegeben haben. Strubich fehlte praktisch nie. Er ging sechs Jahre lang auf dem Feld voran, machte sich als exzellenter Dreierschütze in der Regionalliga West einen Namen. Als er 2020 vom Ligarivalen aus Herten zum Wulfener Markt kam, hatte Strubich unter Cedric Hüsken nur wenig Spielzeit bekommen. Unter Gary Johnson in Wulfen änderte sich das, Nils Strubich knackte einige Zonenverteidigungen der Gegner mit seiner Treffsicherheit aus der Distanz. Tatsächlich legte Strubich in einer BSV-Saison ausschließlich Dreier in die gegnerischen Körbe – keine Freiwürfe und keine Zweier. Trainer Johnson schätzte Strubich wegen seiner Vielseitigkeit. Er konnte als shooting Guard, als Small Forward und zur Not als Powerforward spielen – immer dort, wo er gebraucht wurde.
Fünfmal hintereinander erreichte Nils Strubich mit dem BSV die PlayOffs, wurde 2022 Vizemeister und WBV-Pokalsieger, zwei weitere Male Vize-Pokalsieger. Bei einem Cup ist er unerreicht: dem Vest Cup. Diesen gewann Nils Strubich, der beim TV Datteln mit dem Basketball begann und über Citybasket Recklinghausen und den Hertener Löwen zum BSV kam, häufiger als jeder andere Spieler im Kreis Recklinghausen, nämlich fünfmal. 2019 und 2020 mit Herten, 2021, 2022 und 2024 mit Wulfen. In der Saison 2025/2026 gingen seine Spielanteile aus den bekannten Gründen zurück, dennoch stand die Allzweckwaffe immer noch über 15 Minuten pro Spiel auf dem Feld, erzielte 4,3 Punkte im Schnitt – inklusive Pokal sogar 5,2 Punkte pro Spiel. 2023 übernahm Nils Strubich von Jonas Kleinert das Kapitänsamt bei den Münsterland Baskets – das Wort von Strubich hatte in der BSV-Kabine Gewicht.
„Nils Strubich ist ein tadelloser Sportsmann, ein ganz feiner Mensch. Wir respektieren seine Entscheidung und können uns nur für sechs herausragende Jahre bedanken“, sagt BSV-Präsident Carsten Duwenbeck. Und er fügt an: „Nils ist in den letzten Jahren zu einem Wulfener geworden, seine Freundin arbeitet an der Gesamtschule Wulfen – wir würden uns wirklich freuen, wenn er in welcher Funktion oder an welcher Position auch immer Teil der BSV-Familie bliebe.“ Herren 2-Trainer Mirko Bregulla, der mit Wulfens zweiter Mannschaft gerade von der Landesliga in die Oberliga aufgestiegen ist, hätte gegen einen 28-jährigen Scharfschützen im Oberliga-Kader sicher nichts einzuwenden. Und ihm jederzeit einen freien Platz im Kader angeboten.
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