
Die Regionalliga-Basketballer des BSV Wulfen hatten am 21. Spieltag der Regionalliga West den berühmten „gebrauchten Tag“ und verloren nach einer 56:87 (27:49)-Auswärtsniederlage beim Tabellendritten BÖRGEL Ballers Ibbenbüren ihren 4. Tabellenplatz an die BBG Herford. Weil aber Leverkusen überraschend zu Hause gegen Münster patzte, rangieren die Münsterland Baskets des BSV nun auf Platz fünf, punktgleich mit Leverkusen und Deutz. Der Vorsprung auf den ersten Nicht-PlayOff-Platz hat sich nicht verändert, da Salzkotten eine lange Führung bei Spitzenreiter Grevenbroich nicht ins Ziel bringen konnte und die HammStars in Herford chancenlos waren.
Für den BSV war das Match in Ibbenbüren die verpatzte Generalprobe für das wichtige Viertelfinale im WBV-Pokal am kommenden Mittwoch (11. Februar 2026) – ausgerechnet in Grevenbroich. Dass der Regionalliga-Spitzenreiter in eigener Halle verwundbar ist, demonstrierten die ACCENT Baskets Salzkotten über 30 Minuten lang – um dann doch im Schlussviertel gegen die Elephants 10:30 unterzugehen. Ruft der BSV die Leistung von Samstag in Ibbenbüren auf, platzt der Traum von der zweiten Top4-Teilnahme im WBV-Pokal im Viertelfinale.
In der mit 671 Zuschauern prächtig gefüllten Sporthalle Ost in Ibbenbüren lag der BSV am Samstag 40 Minuten in Rückstand. Der junge Spielmacher Piet Jaffke stand erneut in der Startformation, erwischte aber alles andere als einen guten Tag. Und so lag Ibbenbüren früh in Führung, das Wulfener Offensivspiel kam so gar nicht ins Rollen. Die TVI-Verteidigung hatte sich auf Wulfens Topscorer gut eingestellt. Paul Lunguana erzielte 11 seiner 21 Punkte erst im Schlussviertel, als das Match längst entschieden war. Alexander Winck warf aus dem Spiel heraus ganze zweimal auf den Ibbenbürener Korb. Taktisch war der TVI dem BSV am Samstag immer einen Schritt voraus, auch die Einstellung beim Rebound war bei den Gastgebern um Längen besser: 53:28 ging das Rebound-Duell an das Reckinger-Team, ein deutliches Indiz für aggressiveres Spiel und größeren Siegeswillen.
Lange standen beim BSV im ersten Viertel magere 6 Pünktchen auf der Anzeigentafel, ein später Dreier von Jonas Peters bedeutete wenigstens das 9:16 nach zehn Minuten aus Wulfener Sicht. Und das Team von Gary Johnson kämpfte sich im zweiten Abschnitt sogar auf 20:24 (14.) und 24:29 (18.) heran, der Auswärtssieg war das erklärte Ziel. Doch ein Ibbenbürener Spieler, der bis dato noch gar nicht in Erscheinung getreten war, schaltete beim BSV dann alle Lichter aus: Der Kosovare Ardit Pepaj schoss innerhalb von 60 Sekunden drei Dreier aus großer Entfernung in den Wulfener Korb, schraubte das Resultat in der 19. Minute von 30:24 auf 39:24 – ein Stimmungskiller für Wulfen.
BSV-Kapitän Nils Strubich verkürzte zur Pause auf 27:39 aus BSV-Sicht – alles noch möglich, dachten die Wulfener Fans, auch wenn die Leistung ihres Teams nichts Gutes erahnen ließ. Und leider bestätigte sich das nach dem Seitenwechsel. Sieben Minuten lang (!) erzielte der BSV keinen einzigen Korb, verwarf vier Freiwürfe und ließ Ibbenbüren auf 52:27 wegziehen. Ein Debakel deutete sich an und das wurde es dann auch. Katz und Maus spielte die Reckinger-Truppe mit dem Wolfsrudel, das sich viel zu viele Ballverluste erlaubte. Beim 66:38 nach drei Vierteln war das Match durch, beim 77:40 (34.) war die höchste Führung der Gastgeber erreicht. Gegen die Bankspieler des TVI betrieb der BSV Ergebniskosmetik bis zum 79:53, mehr aber auch nicht.
Abhaken und am Mittwoch im Pokal in Grevenbroich bei Null starten – das ist das einzige Konzept für Gary Johnson und seine Spieler. Und im Kampf um die PlayOff-Plätze hat sich am Samstag auch nur wenig geändert. Da kommt es am 21. Februar 2026 um 20 Uhr in Wulfen zum richtungsweisenden Duell mit der ProA-Reserve vom Deutschen Rekordmeister Bayer Leverkusen, dann wieder in der Gesamtschulhalle.
TVI: Ben Abderrahmane (12), Tim Kosel (1, 10 Assists), T. Dietz, Joshua Sievers (5/1), Niklas Husmann (6), Ardit Pepaj (11/3), Tim Bühren (4), Jan Wullkotte (18, 16 Reb.), Nieja Jordan (14, 9 Reb.), Falk Praß-Jürgens (6/2), Dyon Doekhi (10/1). BSV: Alexander Winck (6), Piet Jaffke (3/1), Nils Strubich (8/2), Leon Oshodin (7), Jonas Peters (5/1), Paul Lunguana (21/3, 7 Reb.), Laurits Wilke (2), Lukas van Buer (2), Moe Sahin, Felix Kwast (2). Schiedsrichter: Jan-Niklas Ranff (Düsseldorf), Fayed Qureshi (Düsseldorf). Zuschauer: 671.