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H1: Der Meister geht mit einer Niederlage
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H1: Der Meister geht mit einer Niederlage

Erstellt von Christoph Winck | Datum: | Kategorie:  Spielberichte
Die Meistermannschaft des BSV Wulfen: die BSV Münsterland Baskets Wulfen.

Letztlich musste der Meister der 2. Regionalliga und Aufsteiger in die Regionalliga West froh sein, dass er überhaupt antreten konnte: Gerade noch sechs Spieler des "Meisterteams" machten sich am Freitagabend auf den weiten Weg zum letzten Spiel der Saison nach Paderborn. Als siebter Spieler stellte sich kurzfristig Jannik Korte aus der Herren 2 zur Verfügung, der in dieser Woche aber auch die beste Trainingsbeteiligung aller Wulfener hatte. Der 24-jährige Linkshänder fuhr mit dem BSV-Fanbus dem Team hinterher, so dass Trainer Predrag Radanovic wenigstens zwei Spieler zum Auswechseln auf der Bank hatte.

So war die 80:99 (38:59)-Niederlage bei der jungen ProA-Reserve der Unibaskets Paderborn fast schon im Vorfeld abzusehen. Es hagelte Absagen, es fehlten sogar Spieler unentschuldigt - ein unwürdiges Ende einer erfolgreichen Saison mit dem Meistertitel. Ob die Ausfallquote auch so hoch gewesen wäre, wenn das Match in Paderborn noch von Bedeutung gewesen wäre? Eine rhetorische Frage. "Alle, die nicht dabei waren, können am Samstagabend bei der großen Meisterfeier im Gemeinschaftshaus erst einmal eine Teamrunde ausgeben", erklärte BSV-Kapitän Kreshnik Gashi nach dem Spiel in Paderborn. Denn zur Feier am Samstag wird das gesamte Team erwartet - ohne Ausnahme. Einzig Christian Dreißig ist von der Mannschaftrunde ausgenommen: Er war trotz Verletzung nach Paderborn gekommen und spendierte die obligatorische Kiste Bier, die er für seinen 100. Punkt gegen Münster ausgeben musste.

Der BSV führte in Paderborn nur beim 16:17 nach einem Dreier von Topscorer Bryant Allen und beim 18:19 nach einem schönen Korb von Tim Terboven. 23:19 für die Unibaskets hieß es zur ersten Viertelpause, im zweiten Viertel brach es über den BSV förmlich herein: 36:19 gewann das Team von Martin Krüger gegen die dezimierten Wulfener, insgesamt neun Dreier trafen die Gastgeber in der ersten Halbzeit. Trotz Aufbäumen in Halbzeit zwei kam der BSV nicht mehr näher als auf 10 Punkte heran. Vier Dreier von Marcel Gorontzi, Steffen Piechotta, Bryant Allen und Kreshnik Gashi verkürzten in der 36. Minute noch einmal auf 78:89 - aber spätestens mit dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Bryant Allen war die Messe gelesen. Dass die letzten beiden Viertel mit 24:23 und 18:17 an den BSV gingen, war für die 15 mitgereisten Fans nur ein schwacher Trost.

Schnell machten Trainer, Team und Fans einen Haken an den sportlich verpatzten Saisonabschluss. Seit der BSV als Meister und Aufsteiger feststeht, ist deutlich die Luft raus im Team. Drei Niederlagen in den letzten vier Spielen sind alles andere als meisterlich. Aber Wulfen hatte sich einen solch deutlichen Vorsprung in der Tabelle erspielt, dass es an der verdienten Meisterschaft keinen Zweifel gibt. Und der Aufstieg pünktlich zum 50. Vereinsjubiläum wird am Samstag groß gefeiert. 800 Besucher erwartet der Club im Gemeinschaftshaus zu einer mächtigen BSV-Party. Die Valentinos spielen live, Karten gibt es noch an der Abendkasse (14 €) und am Samstag Vormittag bei Knicza und Karusseit (ehemals Brandstätter) zum Vorverkaufspreis von 10 €.

BSV: Marcel Gorontzi (13/1), Bryant Allen (27/2), Kreshnik Gashi (12/4), Tim Terboven (8), Jannik Korte (4), Thorben Vadder (4) und Steffen Piechotta (12/2).

Das ist der BSV Wulfen:

1969 als Abteilung des 1. SC Blau Weiß Wulfen, Heimat unserer örtlichen Fußballer, gegründet und seit 1980 selbständig, ist der Basketball-Sportverein Wulfen ein vergleichsweise junger Verein.

Trotzdem können die über 400 Mitglieder (Stand: Dezember 2018) bereits auf zahlreiche sportliche Erfolge verweisen: WBV-Pokalsieger der Herren 1991, 2004 und 2010, zweimaliger WBV-Jugendmeister, Teilnehmer an Deutschen Jugendmeisterschaften, Stammverein zahlreicher Auswahl- und Jugend-Nationalspieler, seit 1987 mit nur einjähriger Unterbrechung in der 1. Regionalliga der Herren vertreten, am 1 Juni 2010 folgte gar der erstmalige Aufstieg in die 2. Bundesliga (ProB Nord). Die Liga konnte für 3 Jahre gehalten werden, ehe es in der abgelaufenen Saison 2018/2019 um die Meisterschafte in der 2. Regionalliga und um den Wiederaufstieg in die höchste Amateurklasse der 1. Regionalliga des Westdeutschen Basketball-Verbandes geht. Und es ist geglungen: ab der Saison 2019/2020 ist die 1. Regionalliga wieder #Wolfsgebiet, die BSV Münsterland Baskets Wulfen sind zurück in der vierthöchsten Klasse Deutschlands - in ihrem Wohnzimmer.

Doch nicht nur die Spitze, auch die Breite stimmt: Insgesamt hat der BSV in der Saison 2018/19 über 20 Mannschaften und Gruppen gemeldet bzw. im Trainingsbetrieb. Das Trainingsangebot reicht vom Basketballkindergarten für die Vier- bis Fünfjährigen bis zur Hobbymannschaft der Oldies und drei Altersklassen von Cheerleadern.

Zentrum des Vereinslebens ist die Sporthalle der Wittenbrinkschule, in der der Verein seit 1998 auch sein eigenes Vereinsheim für den gemütlichen Plausch nach Spiel und Training sowie für seine Silvester-, Karnevals- oder Turnierfeten hat. Sportlicher Erfolg, verbunden mit der Vereinspolitik, stets auf Eigengewächse zu setzen und die Heimspiele mit Cheerleadern und Lightshow zu echten Sportevents zu machen, haben die Wittenbrinkhalle in den letzten Jahren der 1990er bei Heimspielen der ersten Herrenmannschaft regelmäßig aus den Nähten platzen lassen. So werden seit Anfang des Jahrtausends diese Heimspiele in der Gesamtschuhalle in Wulfen-Barkenberg ausgetragen. Im Schnitt besuchen ca. 500 Zuschauer die einzigartigen Samstag-Abend-Events im Dorstener Norden.

Im Frühjahr 2019 wird der BSV Wulfen seine 50. Basketball-Saison bestritten haben. Mit unterschiedlichen Veranstaltungen und Programmpunkten für alle Altersklassen wollen die Verantwortlichen das Jubiläums-Jahr bestreiten und ihren Verein gebührend feiern.

Spielplan der Münsterland Baskets Wulfen