Der BSV Wulfen hat seine Chance auf die Teilnahme an den Playoffs in der 2. Basketball-Bundesliga ProB genutzt. Am Samstagabend bezwangen die Münsterland Baskets vor über 500 Zuschauern in der Gesamtschulhalle Wulfen den Tabellenletzten RSV Eintracht Stahnsdorf aus Brandenburg mit 85:71 (42:35) und haben es nun am letzten Spieltag selbst in der Hand. Ausgerechnet beim Lokalrivalen BG Dorsten kann der BSV seinen 10. Saisonsieg feiern und voraussichtlich die Playoff-Teilnahme sichern. Allerdings steht der ProB Nord noch ein absolutes Rechenschieber-Finale ins Haus.

Bilder vom SpielWürde der BSV am Samstag in der Juliushalle wie im Hinspiel gegen den Ortsnachbarn verlieren, stünde Wulfen in der Abstiegsrunde und hätte dort voraussichtlich nur einen Sieg auf dem Konto, der aus der Hauptrunde mitgenommen wird - den Sieg gegen Stahnsdorf von Samstag. Am heutigen Sonntagabend wird der BSV Wulfen aber erst einmal auf den 8. Tabellenplatz, die letzte zur Playoff-Teilnahme berechtigte Position, vorrücken. Denn der Verlierer des Sonntag-Spiels zwischen Braunschweig und Bitterfeld/Sandersdorf/Wolfen ist im direkten Vergleich schlechter als Wulfen, rutscht am Sonntagabend also auf Platz neun. Nur noch theoretische Chancen auf die Playoff-Teilnahme haben seit Samstag die BG Dorsten (Niederlage in Wolfenbüttel) und die Hannover Tigers (Niederlage in letzter Sekunde in Recklinghausen). Den definitiven Klassenerhalt haben die beiden Aufsteiger Recklinghausen und Oldenburg durch den jeweils 11. Saisonsieg sicher.

Gegen die Spielgemeinschaft aus Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf, die nur mit sieben Spielern von Berlin nach Wulfen gereist war, begann der BSV traumhaft, führte schnell mit 7:0. Doch die Gäste drehten in ihrer besten Phase das Spiel von 16:11 (5.) auf 16:19 (7.) bzw. 18:23 (8.). Sollten den Wulfenern in diesem wichtigen Heimspiel die Nerven versagen? Bis zur Viertelpause war beim 24:25 der Anschluss wieder hergestellt.

Im zweiten Viertel lagen die Gastgeber in der 16. Minute noch mit 30:33 hinten, konnten sich dann aber entscheidend absetzen. Erst traf Regisseur Maik Berger, der von den Randberlinern beim Spielaufbau hart unter Druck gesetzt worden war, dann versenkte Kämpfer-Herz Laron Griffin einen Freiwurf zum Ausgleich, ehe der einmal mehr überragende US-Amerikaner Anthony Young mit acht Punkten in Serie die 41:33-Führung herstellte. Mit einem 42:35-Vorsprung ging der BSV dann in die Kabine.

Nach der Pause machte das hoch motivierte Team von BSV-Trainer Heimo Förster und Co-Trainer Mario Zurkowski dann den Sack zu. Getrieben von den begeisterten Wulfener Zuschauern erhöhten Young, Antonio Houston und Hendrik Bellscheidt zusammen mit ihren Kameraden das Resultat Punkt für Punkt. Beim 64:43 (28.) war die höchste BSV-Führung herausgeworfen, vor dem letzten Viertel führte Wulfen immer noch 68:52. Um jeden Ball kämpften die Gastgeber verbissen, warfen sich auf das Leder, wenn sich auch nur die Chance dazu ergab. Bestnoten verdienten sich dabei Center Philipp Mazur, der gegen den Stahnsdorfer Hünen Michael Haucke ackerte und rackerte, und der wieder einmal blendend aufgelegte Hendrik Bellscheidt, der es mit 13 Punkten und 11 Rebounds diesmal sogar zu einem Double-Double brachte.

Dennoch begann in Schlussviertel noch einmal das große Zittern. Stahnsdorfs US-Amerikaner Blair Wheadon traf hochprozentig aus der Distanz, setzte noch drei Dreier innerhalb von zwei Minuten und verkürzte auf 69:78, gut zwei Minuten vor dem Ende. Wheadon erwischte in der Offensive einen Glanztag, versenkte insgesamt sieben von sieben Dreiern, acht von acht Würfen aus dem Feld. Ganz anders der Berliner Tobias Grauel, der bei zehn Versuchen zehn Fahrkarten schoss - zum Glück für den BSV Wulfen, der in dieser Phase an der Freiwurflinie Nerven zeigte und bei sechs Versuchen hnur einmal traf.

Als Stahnsdorf beim Stand von 79:71 nach einer Schrittfehler-Entscheidung unter dem BSV-Korb noch zwei technische Fouls kassierte, war die Partie entschieden. Der nervenstarke Abnthony Young, wieder mit einer hunderprozentigen Freiwurfquote, nutzte die Geschenke an der Linie zum 83:71, Toni Houston erhöhte noch auf 85:71. Begeistert feierten die BSV-Fans ihr Team, das nun am kommenden Samstag in der Juliushalle in Dorsten-Holsterhausen einen Matchball hat.

Die 150 Karten, die dem BSV im Vorverkauf zur Verfügung standen, waren schon in der Halbzeitpause vergriffen. Den BSV-Fans ist empfohlen, sich im Dorstener Vorverkauf Tickets für das Derby zu besorgen. Wulfen hofft zum Saisonfinale auf 500 Schlachtenbummler - selten stand in einem Dorstener Derby so viel auf dem Spiel. Als Zeichen, dass die Partie im 8 Kilometer entfernten Holsterhausen zu einem Wulfener Heimspiel gemacht wird, werden die Spieler um Philip Günther und Maik Berger in ihren weißen Heimtrikots auflaufen. Viele BSV-Fans machen sich bereits um 17 Uhr (Brauturm) in einem "Derbymarsch" zu Fuß auf den Weg nach Holsterhausen....

BSV: Günther (6), Young (28/3), Hummelt, Berger (3, 7 Ass.), Mazur (2), Griffin (8), Schulze Pals, Bellscheidt (13, 11 Reb.), Vadder und Houston (25). RSV: Malone (16), Schumann (5/1), Haucke (10, 11 Reb., 5 Blocks), Modersitzki (10), Evans (7), Wheadon (23/7) und Grauel. Schiedsrichter: Tim Bruchof, Lukas Fröhlich. Zuschauer: 510.       

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